Das SAMINA Schlafsystem aus orthopädischer Sicht

Gutachten Dr. med. Friedhelm Heber Dr. Friedhelm Heber, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie und Angelika Heber, Physio- Krankengymnastik, Neu-Ulm (D)

Ein häufiger Satz in der orthopädischen Praxis ist der folgende:
„Herr Doktor, jetzt habe ich mir extra eine teure Matratze gekauft, aber die Rückenschmerzen gehen nicht weg“.

Es ist eine gängige Erfahrung, dass die fehlende Kenntnis der Funktionen des menschlichen Körpers im Schlaf zu falschen Kaufentscheidungen führen. Bekannte medizinische Anforderungen an das gesunde Schlafen werden nicht berücksichtigt. Oft kennt der Käufer seine Bedürfnisse auch nicht oder er weiß nicht, was seine Wirbelsäulenerkrankung für Erfordernisse an ein Bett mit sich bringt. Der Käufer muss auch vieles berücksichtigen. Körpergröße, Gewicht und Zustand der Muskulatur spielen eine Rolle. Vor allem aber krankhafte Veränderungen an der Wirbelsäule, den Bandscheiben und der Muskulatur sowie an Gelenken müssen bei der Wahl einer Lagerstatt in Betracht gezogen werden.

Wer die richtige Wahl getroffen hat, schläft gut und hält das für normal. Wer die „falsche“ Matratze hat, spürt das sehr schnell. Wer nach einem unruhigen Schlaf morgens wie gerädert aufsteht, eine verspannte Muskulatur oder Schmerzen hat, merkt rasch, dass er nicht das richtige Bett hat.

Was verstehen wir unter einem Schlafsystem und warum brauchen wir dieses?

Ein Schlafsystem ist die Kombination aus Lattenrost, Matratze, Auflage und Bettdecke. Abgerundet wird dieses System durch ein den jeweiligen Schlafgewohnheiten angepasstes Kopfkissen.

Eine Matratze mit schlechten Eigenschaften, ein schlecht abgestimmter Lattenrost verhilft dem Körper genauso wenig zu gesundem und erholsamem Schlaf wie die falsche Auflage, die feuchte Bettdecke oder das unpassende Kissen. Genauso beeinflusst das Material des Bettsystems den Schlaf. Es ist unmöglich, ein gesundes Bett aus einem einzigen Material zu bauen. Die Anforderungen des menschlichen Organismus an das Bett sind so komplex, ja manchmal fast widersprüchlich (das Bett soll zum Beispiel ja stützen und gleichzeitig entlasten), dass nur eine Kombination von Werkstoffen dies gewährleisten kann. Dies gilt auch für den Bettrahmen. Es ist unsinnig, hochwertige Naturmaterialien mit einem Bettgestell aus Metall zu kombinieren.

Im Folgenden wird dargestellt, warum die Wahl der Materialien und die richtige Kombination für den guten Schlaf notwendig ist.

Orthopädische Anforderungen an das Bett

Stützfunktion
Sowohl in der Rückenlage als auch in der Seitenlage und nach Möglichkeit in der Bauchlage muss das Bettsystem den Körper so stützen, dass die Wirbelsäule eine gesunde Lage einnimmt. In der Rücken- und Bauchlage ist die gesunde Lage die Anpassung des Betts an die Doppel-S-Form der Wirbelsäule. In der Seitenlage muss die Wirbelsäule gerade (waagerecht) liegen.

Das Bettsystem muss daher einen Ausgleich zwischen dem Absinken von Körperteilen und dem Stützen des Körpers gewährleisten. Ferner muss es dafür sorgen, dass keine Druckstellen auftreten. Der menschliche Organismus hat einen natürlichen Schutz gegen Überbelastung einzelner Körperabschnitte. Dies wird durch die häufigen Lagewechsel (bis zu 60 Mal in einer Nacht) gewährleistet. Bei krankhaften Veränderungen der Wirbelsäule und der Gelenke genügt diese Schutzfunktion allein nicht mehr. Wie oben gezeigt, besteht in den meisten Schlafstadien eine Erschlaffung der Muskulatur. Ein gutes Schlafsystem kann hier zusätzliche Aufgaben übernehmen. Sinnvoll ist ein sanfter Zug, also eine Traktion der Wirbelsäule. Dieser Zug bewirkt dann eine dauerhafte Entlastung der Bandscheiben, diese können sich so wieder mit Flüssigkeit füllen. Damit wird der Stoffwechsel dieses Gewebes unterstützt. Ferner ist bei schlaffer Muskulatur die Wirbelsäule mit ihren gelenkigen Verbindungen und den Bandscheiben anfällig für Dreh- und Kippbewegungen (das „Verliegen“). Diese Fehlbelastungen lassen sich durch dauerhaften sanften Zug weitgehend vermeiden.

Umwelteinflüsse
Mit einem geeigneten Bettsystem lassen sich die Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf den Organismus positiv beeinflussen. Immer häufiger führen Quellen elektromagnetischer Strahlung wie DECT-Telefone, Funkmasten, Mobiltelefone und Stromversorgung zu so genanntem Elektrosmog. Dieser führt wissenschaftlich bewiesen zu Veränderungen des hormonellen Stoffwechsels während der Nachtruhe.

Die Dicke der Matratze nimmt Einfluss auf die Schlafqualität. Es bestehen große Unterschiede zwischen dem Schlaf auf einer Baumwollmatratze oder auf einer Vollschaumatratze. Dazu gibt es eine Studie. Bei jungen gesunden Medizinstudenten treten auf der Schaummatratze laut einer Studie eher Rückenschmerzen auf.

Ein Bettsystem muss zusätzlich in der Lage sein, Feuchtigkeit aufzunehmen. Sonst stellt sich rasch ein ungesundes Kältegefühl ein. Bereits ohne zu schwitzen gibt der menschliche Körper im Schlaf mindestens 250 ml Flüssigkeit ab. Schwitzen erhöht diese Flüssigkeitsabgabe deutlich. Wird diese Flüssigkeit vom Bettsystem nicht aufgenommen, entsteht Verdunstungskälte mit schlechten Auswirkungen auf Muskeln, Sehnen und Gelenke.

Das SAMINA Schlafsystem und die orthopädischen Anforderungen

Aufbau des SAMINA Bettes
Grundlage ist der doppelseitige Lamellenrost. Zwei Lagen von Eschenholzlamellen werden hier flexibel über Latexschaumblöcke miteinander verbunden. Dieser Lattenrost wird mit einer Naturkautschukmatratze überdeckt. Den Abschluss bildet eine naturbelassene Schafschurwollauflage. Die Bettdecke besteht ebenfalls aus Schafschurwolle. Ein Angebot aus verschiedenen Kissenformen rundet das Schlafsystem ab. Optional stehen eine Erdung des Bettes und eine Therapiebrücke zur Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen zur Verfügung.

Traktion der Wirbelsäule
Der Lamellenlattenrost nimmt den vom Körper verursachten Auflagedruck auf. Durch seine doppelseitige Konstruktion führt Druck auf die oberen Lamellen zu einer Zugspannung auf die unteren Lamellen. Damit wird ein dauerhafter sanfter Zug, eine Traktion auf die Wirbelsäule ausgeübt. Dies geschieht unabhängig von der Körperlage.

Die Traktion gewährleistet die Flüssigkeitsaufnahme in die Bandscheibe und ermöglicht den stabilen Halt der Wirbelsäule auch bei entspannter Muskulatur in den Tiefschlafphasen. Dies gilt unabhängig von der Körperlage; da die Zugfähigkeit des Lattenrostes über die Länge des Bettes besteht, ist es unerheblich, welche Position der Körper im Schlaf einnimmt. Die Traktion und Stützung erfolgt aufgrund des Bauprinzips unabhängig von einer bestimmten Körperlage, anders als bei einer Einteilung in Hart- und Weichzonen.

Druckverteilung
Die Naturkautschukmatratze wirkt synergistisch mit dem Lattenrost, die Traktionswirkung des Lattenrostes wird durch die Matratze nicht verhindert. Durch Abstimmung der Materialien bleibt die Matratze dünn und bewirkt dennoch eine gute Druckverteilung im aufliegenden Körpergewebe. Damit wird die Schutzfunktion des Lagewechsels im Schlaf optimal unterstützt. Druckschäden an Muskulatur und Blutgefäßen und Nerven werden vermieden.

Bettklima
Die Schafschurwollauflage gewährleistet eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme (Schafschurwolle speichert 30 % des Eigengewichts an Flüssigkeit). Sie wirkt dadurch Feuchtigkeits- und Temperatur regulierend. Das Bettklima ist trocken-warm und schafft einen Ausgleich zwischen der Raumtemperatur und der Körpertemperatur.

Die Zudecke aus Schafschurwolle wirkt als natürliche Klimafaser. Im Winter warm und im Sommer kühlend. Auch sie reguliert durch ihre Fähigkeit zur Flüssigkeitsaufnahme das Bettklima.

Kissen
Ein passendes Kissen für alle Menschen gibt es nicht. In Abhängigkeit von Schlafgewohnheiten, von bevorzugter Lage auf Rücken, Bauch oder der Seite bietet das SAMINA-Schlaf-Gesund-Konzept eine Auswahl von 8 Basis-Kissen mit über 50 Variationsmöglichkeiten durch unterschiedliche Füllungen aus Naturmaterialien und unterschiedlichen Formen. Das Kissen wirkt nicht als Fremdkörper im Bett. Je nach Schlafgewohnheit erfolgt eine sinnvolle Lage und Unterstützung der Halswirbelsäule.

Lokosana-Schlafunterlage
Elektromagnetische Felder stören die Funktion des menschlichen Organismus im Schlaf. Die Lokosana-Schlafunterlage mit eingewirkten Magneten und Silberfäden gibt die Möglichkeit einer Erdung des Bettes. Damit können die Auswirkungen elektromagnetischer Felder messbar und zuverlässig ausgeschaltet werden. Moderne Messtechniken ermöglichen es, elektromagnetische Felder im Haus zu lokalisieren. Wenn die Aufstellung des Bettes an einem elektromagnetisch sauberen Ort nicht möglich ist, bietet die Lokosana-Schlafunterlage zusätzlichen Schutz.

Den erholsamen Schlaf des gesunden Menschen zu sichern, ist eine Sache. Leider bleibt der Mensch nicht Zeit seines Lebens von Krankheiten verschont. Wie wirkt sich das SAMINA Schlafsystem bei orthopädischen Krankheitsbildern aus?

Orthopädische Krankheitsbilder und Samina

Bandscheibenbedingte Erkrankungen
Das Samina-Bett kann schmerzhafte Bandscheibenvorwölbungen beeinflussen, die Langzeittraktion im Schlaf gibt der Bandscheibe Raum, so dass sich das Bandscheibengewebe durch Flüssigkeitsaufnahme regenerieren kann und die Vorwölbung wieder eine normale Form annimmt.

Morbus Bechterew
Beim Morbus Bechterew versteift sich die Wirbelsäule durch Verknöcherung im Bereich der Längsbänder der Wirbelsäule. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule nimmt ab, die Wirbelsäule verformt sich dauerhaft. Durch die große Anpassungsfähigkeit des Lattenrostes und die gute Druckverteilung der Latexmatratze in Verbindung mit einer angenehmen Wärme formt sich das Bett optimal an den unbeweglichen und oft in einer Fehlstellung befindlichen Rücken. Die Wirbelsäule wird in ihrer eingesteiften Position unterstützt. Die überforderte Muskulatur wird entlastet und erholt sich besser. Schmerzen beim Liegen werden so positiv beeinflusst.

Osteoporose
Knochenschwund ist eine Erkrankung, die früher überwiegend Frauen, jetzt zunehmend auch Männer betrifft. Bei der Osteoporose treten Überforderungen der Muskulatur durch die Verformung der Wirbelsäulenfehlform, Brüche von Wirbelkörpern oder des Oberschenkelhalses auf. Das SAMINA Schlafsystem entlastet die Wirbelsäule und die Muskulatur. Die Elastizität und Stützfunktion des Bettes bietet der Wirbelsäule die Möglichkeit zur Formerhaltung.

Hüftarthrose/Coxarthrose
Die Hüftarthrose ist eine Erkrankung der Zerstörung des Gelenkknorpels. Dadurch nimmt die Beweglichkeit des Hüftgelenks ab. Dies bedingt eine Fehlbelastung der Muskulatur und führt zu Verspannungen und Verhärtungen. Das Liegen auf der Seite oder auf dem Rücken ist dann schmerzhaft. Das Bett-System kann durch eine Druckverteilung mit der notwendigen Elastizität das angenehme Liegen unterstützen.

Wenn bei fortgeschrittener Erkrankung eine Endoprothese eingesetzt werden muss, ermöglicht das SAMINA Schlafsystem eine weitere Anpassung des Bettes. Dazu werden Latten im Bereich der Liegefläche des Hüftgelenkes entnommen. Das Bett wird weicher. Der operierte Patient kann rascher wieder auf der Seite liegen.

Schultergelenkserkrankungen
Schultergelenkserkrankungen beruhen zum einen auf degenerativen Veränderungen der Gelenkflächen mit Untergang der Knorpelgleitschicht wie bei der Hüftarthrose. Andere Erkrankungen gehen einher mit einer Degeneration der Rotatorenman-schette im Schulterdach, einer Sehnenplatte, welche das Schultergelenk bedeckt. Im Liegen wird das Schultergelenk nicht mehr durch den Zug des Armes entlastet, es treten Schmerzen auf. Häufig bestehen zusätzlich entzündliche Prozesse. Schulterpatienten wachen auf, wenn sie spontan die Lage im Schlaf wechseln. Der unbewusste und krampfhafte Versuch, die Lage auf der schmerzenden Schulter zu vermeiden, führt zu unruhigem Schlaf und einseitiger Belastung.

Wie bei Hüfterkrankungen kann das SAMINA Schlafsystem angepasst werden. Bei Schultererkrankungen ist es oft sinnvoll, den Lamellenrost durch Herausnehmen einiger Lamellen anzupassen. Damit wird die Auflage für die Schulter auch in der Seitenlage weicher. Die Schulter kann weiter in das Bett einsinken.

Aufgrund des Bauprinzips des Lattenrostes sind Anpassungen mit geringem Aufwand verbunden. Die Eschenholzstäbe lassen sich an unterschiedlicher Stelle und unterschiedlicher Zahl (also Breite) entnehmen. Der Effekt ist im Schlaf zu kontrollieren. Änderungen können jederzeit rückgängig gemacht werden. Kein konventioneller Lattenrost gibt diese Möglichkeit.

Fibromyalgie-Syndrom
Das Fibromyalgiesyndrom ist eine Erkrankung, bei der sogenannte Triggerpunkte als hochschmerzhafte Punkte aktiv sind. Überwiegend schmerzen sehnige Ansätze von Muskeln im Bereich des Rumpfes und der Extremitäten. Die schmerzhaften Ansatzpunkte bedürfen im Liegen einer Druckreduzierung. Außerdem wirkt feuchte Kälte Schmerz verschlimmernd, Wärme lindernd. Das SAMINA Schlafsystem ermöglicht dies. Für alle Erkrankungen gilt allerdings: Die Therapie der Erkrankung erfolgt am Tage. Ein Bett kann durch die Gewährleistung guten Schlafes unterstützend wirken. Ein ausgeschlafener, ausgeruhter Patient ist einer Therapie sehr viel zugänglicher als ein schlafgestörter Patient.

Beurteilung
Das Schlafsystem erfüllt aus orthopädischer Sicht alle wesentlichen Erfordernisse an ein gesundheitsförderndes Bett. Es hält die physiologische Lage der Wirbelsäule, stützt den Körper und erleichtert durch die Traktion die Erholung der Bandscheiben. Das SAMINA Schlafsystemsystem ermöglicht eine Förderung des Stoffwechsels der Bewegungsorgane und gewährt ein gesundes Bettklima. Mit diesen Eigenschaften kann es zur Prävention von  Erkrankungen der Wirbelsäule beitragen.

Besonders bei orthopädischen Leiden kann das Schlafsystem rasch auf die individuellen Erfordernisse angepasst werden. Es unterstützt durch seine natürlichen Eigenschaften Patienten, Arzt und Physiotherapeuten bei der Behandlung.

Diese Erfahrungen geben viele zufriedene Patienten und Kunden weiter.

Dr. Friedhelm Heber
Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie

Angelika Heber
Physio-Krankengymnastik
Augsburger Str. 4
D-89231 Neu-Ulm